Machtkämpfe
Es herrscht Wahlkampfstimmung in Kenia. Die nächsten Wahlen finden vermutlich Ende 2012 statt und nun ziehen Politiker durchs Land um Parteimitglieder zu treffen und erste Wählerstimmen zu gewinnen. Es gibt erbitterte Medienschlachten der Präsidentschaftskandidaten, keine Spur von einem Sommerloch in Sicht.
Vor kurzem war der Minister für Auslandsangelegenheiten in Bungoma. Er gehört zum Stamm der Bukusu wie die meisten Einwohner der Stadt. Allgemein wird in der kenianischen Politik selten über die eigenen Stammesgrenzen geschaut. Wie auch? Es gibt die gängige und in der Vergangenheit auch oft praktizierte Theorie, dass der Präsident seine Stammesangehörigen bevorzugt und ihnen wichtige Ämter zuschaufelt.
Im Moment müssen sich zwei Präsidentschaftskandidaten vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag verantworten. Sie sind beschuldigt die Greueltaten nach der Wahl 07/08 finanziert und organisiert zu haben. Bei den Kämpfen zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen kam es zu über 1100 Toten.
Da bin ich mal gespannt, ob die Segensgüsse der Wahlkämpfer auch dem Volk zu gute kommen.
Als wir im Frühjahr 12 in Uganda waren, hat MP Museveni (Do you want another rap) jede Menge Straßen neu ausgebaut und asphaltiert.
Bei der Wahl selber waren dann z.B. teilweise (in der Hauptstadt Kampala - nicht auf dem Land) statt um 7 Uhr früh erst um 8:30 Uhr die Wahlmaterialien da. Urnen waren nicht verblombt. Zufällig wurden mehrere Boxen mit ausschließlich Museveni-Stimmen gefunden. So wurde es ja auch seine 4. Amtszeit.
Im Kontrast zu Ostafrika wird man doch sehr dankbar über die Ausführung der Demokratie bei uns.
Allerdings vermeine ich Tendenzen zu erkennen, dass auch unsere "Stammesfürsten" hauptsächlich ihren eigenen Parteigenossen dienen. So ist es nicht verwunderlich, dass der Plebs immer mehr unmittelbare Demokratie fordert, bzw. macht.
More of that stuff please1