Am Strassenrand
Anfang der letzten Woche bekam ich die Auswirkunger der Trockenzeit zu spueren. Kein Verkaeufer war bereit mir Tomaten zum Normalpreis zu verkaufen. Ich bezahlte also 30 Prozent mehr als ueblich und ging ins Kinderheim wo mich die zweite Auswirkung viel mehr schockieren sollte. Am Morgen wurde ein Saeugling ins Heim gebracht. Um die 10 Tage alt. Schreind lag er da, mit dem Blick nach seiner Mutter suchend. Die legte ihn an den Strassenrand, drehte sich um und schirtt zurueck in ihr Leben in dem fuer das Kind mit dem suessen Laecheln kein Platz ist. Er heisst jetzt Wangila, was soviel bedeutet wie "an der Strasse gefunden".
Eine Woche spaeter kam der naechste Wangila ins Heim. Einen Monat war er alt als seine Mutter ihn und eine Tuete mit Kinderklamotten in einem Gebuesch liegen liess. Waehrend ich ihn auf Arm hielt und die winzigen Gliedmassen betrachte schiessen mir Schlagzeilen deutscher Zeitungen in den Kopf: "Toter Saeuglingin Muelltonne gefunden" und "Neugeborenes erstickt in Plastiktuete in Abfall gelandet". Herzlosigkeit ist anscheinend ein globales Problem. Ich lege den Kleinen zurueck in sein Kinderbett, verlasse das Zimmer und setzte mich in den 7-Sitzer der einen unserer Jugendlichen in das Internat der Highschool bringen wird. Ob das in 15 Jahren mit den beiden Wangilas auch passieren wird? Ob fuer sie die Strasse jemals eine positive Bedeutung gewinnen kann? Die Strasse, die sie zu Bildung fuehrt, die beim beschreiten Zukunft zu Gegenwart und Traeume zu Realitaeten werden laesst.
Ich bin mir ganz sicher, mit der richtigen Hilfe, Liebe und Zuneigung ist das moeglich!