Spannungsschwankungen
Vor kurzem “feierte” ich mein 100taegiges Jubilaeum in Kenia. Einige Zeit ist also vergangen seit dem ich das erste Mal kenianischen Boden betrat. IN dieser Zeit hat sich einiges veraendert, die ERinnerungen an Deutschland sind nicht mehr so present wie zu Anfang, das Essen erscheint mir immer besser und unmodische, doch unzerschlissene Kleidung wird als Luxus wahrgenommen. Kurz, die neue Umgebung wird schrittweise zum Alltag. Damit sinken die Neuentdeckungen von Tag zu Tag und die Spannung, die man anfangs noch verspuehrte, faellt. Und damit waechst auch die graue Masse, der groesste Feind des Abenteuers, der Alltag.
Dieser Prozess wird ab und an unterbrochen wenn man beispielsweise den Chief of Town oder einen offiziellen Fifa-Schiedsrichter kennenlernt, eine Reise nach Turkana macht oder durch gelegentliches Austauschen und Besuchen der anderen Freiwilligen. Dies alles hilft die abfallende Tendenz der Spannung zu unterbrechen.
Allerdings sind zu starke Spannungsschwankungen auch nicht vorteilhaft, sie koennen zu Kulturschocks oder schlimmerem, dem gaenzlichen Rueckzug aus der fremden Kultur, fuehren. In meinem Fall zu einem durchgebrannten Netzteil meines Laptops, den nicht nur jeder Tag hat eine Spannungskurve sondern auch das kenianische Stromnetz. Und die ist ziemlich ungleichmaessig.