Immer wieder montags
Morgen ist Montag, das bedeutet Updatetag. Letztes Wochenende war ich in Nairobi um ein paar andere Freiwillge zu besuchen. Das Reisen funktionierte folgendermaßen: Ich ging zu dem Büro von Eldort Express, dem Reiseveranstalter, bezahlte 700 Schilling (5,30 Euro) für eine Strecke von 400 Kilometer. Am nächsten Morgen ging es mit 10 minütiger Verspätung um 6.40 los gen Nairobi. Auf der Fahrt wurde viel zu und ausgestiegen. Prediger fuhren für eine Station mit. Und Prediger sind hier nicht einfach Prediger. Also eigentlich schon denn man braucht keine offizielle Ausbildung um einer zu werden, doch kann ich nicht glauben dass man ohne hartes, fast schon unmenschliches Training eine derartige Redegeschwindigkeit erreichen kann. Sitzt man hier in einer Kirche, von ungelogen 5 Meter Länge, schnappt sich der Prediger natürlich trotzdem das Mirkophon und der Techniker holt natürlich auch alles aus dem Verstärker raus. Dann sitzt man da und es prasseln 800 Wörter pro Minute in einem Englisch-Suaheli Gemisch auf einen nieder. Manchmal hat man auch noch dass Pech dass es ein Übersetzer noch seinen Dienst tun will. Dann hat man eine Redesuppe aus Schreien, Beschwören und Drohen.
Sonntag morgens werde ich immer um 6 Uhr morgens von einer Keyboardmelodie geweckt. Wenn ich um 8 Uhr das Haus verlasse begleiten mich immer noch die gleichen Akkorde die auch schon meinen Wecker ersetzt haben. Ich hab mich lange gefragt, wer um Himmels willen spielt Sonntag morgens um 6 Uhr 2 Stunden lang die gleichen 4 Akkorde? Die Antwort erhielt ich als ich eine Kirche hier besuchte. Der Lobpreis hier ist sehr sehr lange UND während dieser Zeit spielt der Keyborder, ohne Rücksicht auf die Tonart des Liedes, immer die gleichen Akkorde, natürlich auch das in trommelfellzersetzender Lautstärke.
Entschuldigt ich bin abgeschweift. Ich hab noch nirgends so viele Polizeikontrollen wie hier erlebt. Sie laufen immer nach dem gleichen Muster ab. Eine Kontrolle wird durch ein Schild angekündigt. Ein Mitarbeiter des Busunternehmens zückt schon die 50 Schilling Note und kurz darauf wird der Bus rausgewinkt. Polizist und Mitarbeiter schütteln sich die Hände und die Banknote wechselt den Besitzer und weiter geht die Fahrt. Pünktlich um 14 Uhr erreichten wir Kenias Hauptstadt. Die Zeit in Nairobi war nicht sehr erlebenisreich, nur wie das eben so ist wenn man Frauen planen lässt, ging es am Samstag in ein Museum. Abends trafen wir noch einige andere Freiwillige. Sonntag morgen, nach 2 Stunden Schlaf, machte ich mich auf den Rückweg Richtung Bungoma. Der Bus fuhr um 7 Uhr los (ich war um 5.30 Uhr da) und um 7 Uhr abends erreichte ich mein Ziel. 7 Stunden Hinweg, 12 Stunden zurück zeigt die großen Bemühungen des Unternehmens Konstanz zu erreichen.