1.+2. Dezember
Dezember ist in meinen Gedanken der atmosphärischste Monat der kalten Jahreszeit. Im Frühling erwacht alles zum Leben, erreicht im Sommer seinen Hochpunkt und stirbt dann im Herbst. Schließlich wird es im Winter unter einer Schneedecke begraben. Dieser schöne und mir so vertraute Kreislauf wiederholt sich dann jedes Jahr. Doch bevor ein neues Jahr beginnt, gilt es den Dezember zu überwinden, überstehen oder manche schaffen es auch ihn zu genießen.
Ein perfekter Dezembertag beginnt für mich mit einem verschlafenen Blick auf eine über Nacht entstandene Schneelandschaft. Nach einem genüsslichen Tee entschließt man sich noch einige Besorgungen in der Stadt zu machen. Beim Verlassen der Türe bemerkt man den Kondensdampf, den der eigene Atem bildet. Hat man es endlich geschafft sich durch die noch ungeräumte Straße auf einen Weg zu kämpfen der an diesem Tag bereits ein Räumungsfahrzeug begrüßte läuft auch schon zum 3 mal der diesjährige Weihnachtshit im Radio oder schlimmer noch, eine der alten, ausgelutschten Kamellen. Am Zielort angekommen wundert man sich wo den Rest des Jahres all diese Leute verstecken und entschließt sich doch noch einmal beim hiesigen Einwohnermeldeamt über die Zuwanderungsrate zu informieren. Das geschäftige Treiben beobachtet man am besten ganz gelassen und sagt sich immer wieder das man dem Stress nur 6 Stunden lässt in dem eigenen Leben zu wüten, und zwar am Vormittag des 24. An der Kasse im Supermarkt angekommen entschließt man sich doch noch einmal umzukehren um die Lebkuchen die man am vorigen Tag während einer Fressattacke verschlang zu ersetzen. Hinterher entschließt man sich noch beim Weihnachtsmarkt auf einen Punsch vorbeizuschauen, für alle Fahrradfahrer gibts natürlich ein Glühwein. Auf der Heimfahrt wird einem von den bereits bekannten Weihnachtsdekorationen der Nachbarn der Weg nach Hause gewiesen. Beim Einbiegen in die Wohngegend fährt man fast den Schneemann um, der mitten auf der Fahrbahn errichtet worden ist und man ärgert sich über die Eltern, die so unverantwortlich waren und ihre Kinder das höchstintellektuelle und unterhaltsame Weihnachtsfernsehprogramm verpassen ließen. Zu Hause angekommen vergisst man bereits zum 8. Mal die Frostschutzfolie auf die Windschutzscheibe zu legen und man weiß am nächsten Tag beim Kratzen ganz genau dass der Chef dieser Entschuldigung bereits überdrüssig ist. Beim Öffnen der Haustür steigt bereits der Geruch von frischem Weihnachtsgebäck in die Nase. Nach anzünden des Adventskranzes findet man den Weg auf die hauseigene Couch zu dem hauseigenen Fernseher. Dort gibt es die Wahl zwischen Santa Claus 3 und einem dieser Jahresrückblicke. Draußen beginnen kleine, weiße Flocken zu fallen und man weiß genau, am nächsten Morgen wird man nicht vom Schnee überrascht sein aber der Tag läuft trotzdem genau gleich ab.
Fortsetzung folgt.
peace911 am 02. Dezember 11
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Einer jener Abende
Heute war genau dieser Typ Abend: Es gab Strom aber Wasser strömte lediglich vom Himmel und nicht aus der Leitung, eine Eidechse hatte sich an meine Decke verirrt und es lief natürlich nur Europa League in den Bars. An solchen Abenden verschwindet meist meine Lust zu kochen und ich suche nach alternativen Nahrungsquellen. Nachdem ich die Eidechse wieder in ihren natürlichen Lebensraum verfrachtet hatte fuhr ich zum Zentrum des Vorortes. Tagsüber werden dort Gemüse und Obst verkauft, abends allerdings erhält man an gleicher Stelle über dem Feuer frittierte Pommes für 20 Schilling (~18 Cent). Das bedeutete für mich ein Essen für umgerechnet 90 Cent und Quatschen mit Einheimischen. Die Leute hier fragen oft nach den Suaheli-Kenntnissen oder testen einen mit einer Anrede in Bukusu, einer der Stammessprachen. Suaheli läuft mittlerweile wirklich gut jedoch beherrsche ich auf Bukusu nur eine Begrüßung. Es ist noch nicht aller Tage Abend aber dieser neigt sich nun dem Ende entgegen. Gute Nacht.
Vergesst die Galerie, hier die Bilder
peace911 am 16. November 11
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