Mittwoch, 11. Juli 2012
Uganda und zurück
Vor kurzem reiste ich zusammen mit Leandra, einer anderen Freiwilligen nach Uganda. Eine Stunde Fahrt von Bungoma ist Malaba (A), die Grenzstadt. Von dort ging es weiter nach Kampala (B), die Hauptstadt und das absolute Zentrum Ugandas. Es ist das selbe Phänomen wie in Kenia: Urban können sich außer der Hauptstadt nur 1-2 andere Städte nennen, die meisten Menschen fristen ihr Dasein auf dem Land. In Kampala leben geschätzt circa 3,5 Millionen Menschen, die nächstgrößere Stadt Jinja (F) hat nur 100,000 Einwohner.



In Kenia kommt nach Nairobi (6 Millionen Einwohner) Mombasa mit 2 Millionen und die drittgrößte Stadt ist dann auch schon das Flüchtlingscamp Dadaab, das etwas mehr als eine Million Menschen im Osten des Landes beherbergt.
In Kampala wohnten wir bei Stefan, einem Freiwilligen den ich schon vom Vorbereitungsseminar kannte. Er arbeitet in einer Einrichtung in der Kindern von der Straße ein Zuhause gegeben wird. In seinem, wie in meinem Heim gibt es immer wieder Kinder, die ausbrechen und ihr Glück auf der Straße suchen. Das mag an einer Vielzahl von Gründen liegen: Das nicht oder schlecht ausgebildete Personal, strenge Regeln, Probleme mit anderen Kindern oder manchmal ist auch die Versuchung des schnellen Geldes zu groß. Ein ehemaliges Kind aus meinem Heim stahl einem College-Studenten 18€ und verschwand. Eine weggeworfene Zukunft für fünf Tage Pommes!
Von Kampala reisten wir nach Mbarara (C) zum Lake Bunyoni weiter. Ein paar Freiwilligen-Freunde von Stefan schlossen sich uns an. Es ist der einzige See Ugandas in dem keine Bilharziose Bakterien vorhanden sind. Nach dem Baden war Fußballgucken angesagt. Nach zwei Tagen zog es uns weiter nach Fort Portal (E). Die Reise war mühsam, Leandra und ich, mussten zuerst nach Kasese (D) und von dort weiter. Die Straße führte am Queen Elizabeth National Park vorbei und aus dem Kleinbus konnten wir eine Herde Elefanten erspähen. Abends gegen zehn Uhr kamen wir nach ewiger Fahrt in Fort Portal an.
Am nächsten Morgen wollten wir einen eher unbekannten Wasserfall besichtigen. Wir tuckerten zweieinhalb Stunden auf einem Motorrad umher, fanden jedoch nichts. Das beinahe nichtexistente Englisch des Fahrers war keine große Hilfe und die wenigen Menschen denen wir begegneten auch nicht. Erfolglos traten wir die Rückfahrt an. Die Reise von Fort Portal nach Jinja kostete uns die nächsten eineinhalb Tage. Man muss dafür natürlich, wie bei beinahe jeder Reise von West nach Ost und umgekehrt über Kampala fahren.
Jinja ist eine Touristenstadt. Die Straßen sind sauber, die Cafés stylisch und überall sieht man Weiße mit Traditionskleidern oder zerzausten Dreadlocks umherstöckeln. Es gibt vielfältige Angebote: Wildwasserraften, die Nilquelle sehen oder Fallschirmspringen. Natürlich kann man auch sein Gewissen erleichtern indem man einem Straßenkind Essen kauft oder fünf Schilling in die Hand drückt. Jedoch warnte vor kurzem eine Organisation die sich um jene, in Not geratenen Kindern bemüht. Weil die Touristen so spendabel sind kommen die Kinder nicht mehr zu den Einrichtungen der Organisation wo sie keine Pommes sondern nur Traditionsgerichte bekommen dafür aber auch Bildung erhalten. Jinja war die letzte Station meiner Reise. Von dort ging es zurück nach Bungoma, Kenia. Zurück in den Alltag.