Freitag, 4. November 2011
Wasserflecken
Als ich vor zwei Monaten dieses, mein Haus zum ersten Mal betrat, fielen mir sogleich diese hässlichen gelblichen Stellen an der Decke auf. Wasserflecken kann man am besten mit dem Kundendienstsignal im Auto vergleichen. Sie sind ebenso unschön wie dieses nervige Geräusch dass man voraussichtlich über Monate hinweg ignorieren wird bis der ADAC Kundendienst spielt. Auch ich hab dieses Warnsignal überhört/ übersehen. Heute Nacht hat es gestürmt wie seit meiner Ankunft noch nicht. Ich wundere mich immer noch warum ich die ganze Nacht über Strom hatte, denn normalerweise ist die Elektrizität hier sehr wetterfühlig.
Auf jeden Fall strömt gerade Wasser, durch Decke und Dach meines Hauses und ich überlege gerade eine Niederschlagsmessung für Bungoma in meiner Küche durchzuführen. Meiner guten Laune kann eine geflutete Küche natürlich nichts anhaben. Jetzt spüre ich gerade einen Tropfen auf meiner Schulter. Und ich hock im Wohnzimmer.



Geldnot
Das trifft meine momentane Situation ziemlich genau. Ich lebe genau wie die Leute hier, kaufe nur das günstigste und koche natürlich selbst. Beim Fussballgucken in einer Bar ist nur ein Getränk drinnen. Die Projekte im Kinderheim kann ich gerade auch nicht voranbringen. Geplant ist immer noch der Hasenstall und das Drucken von Broschüren für das Heim.
Diese Woche irgendwann sollte meine Kreditkarte dann endlich ankommen und das elendige Warten hat ein Ende.
In Kenia gibt es, so sagt man, 40 Milliardäre und 40 Millionen Arme. Kapital ist hier sehr konzentriert und deshalb spiegeln geläufige Statistiken wie das BIP oder das durchschnittliche Einkommen die Situation im Lande nicht wider. Kenianische Politiker müssen reich sein um Erfolg zu haben. Stammwählerschaft wird gekauft. Ich las vor kurzem einen sakrastischen Artikel eines Journalisten der gefordert hat Sluwachstum weiter zu fördern, denn dort leben die billigen Arbeitskräfte und dort erhalten Politiker gegen kleines Geld ihre Stimmen. Slums garantieren das Fortlaufen der kenianischen Scheindemokratie. Nächstes Jahr stehen Wahlen an und der aktuelle Präsident, Kibaki darf nicht mehr zur Wahl antreten. Seit der Unabhängigkeit 1963 als Kenyatta das Zepter der Macht übernahm, sah das Volk genau 2 Machtwechsel. Regierungszeiten a la dem allseits verehrten Alkkanzler Kohl. Schwarzgeldaffären inklusive.