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Montag, 12. September 2011
Das 9/11 Special
Nun sitz ich also hier und schreibe ein 9/11 Special. Das klingt ziemlich makaber, warum sollte man für den 10ten Jahrestag des geschichtsschreibenden Anschlags auf das World Trade Center extra ein paar Zeilen schreiben die in erster Linie ueberhaupt nichts mit den Opfern zu tun haben? Nun, weil das folgende ziemlich makaber wird.
Ein anderer Freiwilliger mit dem ich während des Vorbereitungsseminars ein Zimmer bezog berichtete von folgendem Schreckensszenario: Er sieht dabei zu wie eine Frau von einem Jeep erfasst und durch die Luft geschleudert wird und so hart aufschlägt wie das nun mal passiert wenn ein Jeep mit 50 km/h ein 60-Kilo-Geschöpf rammt.
Wie reagiert Ost-Afrika im Normalfall darauf? Ein wütender Mob zerlegt den Unfallverursacher in mehr Einzelteile als man es mit seinem Jeep tun könnte. Selbstjustiz ist in solchen Fällen an der Tagesordnung. Die Zeitungen sind voll von solchen Stories. Ja, die Menschen hier empfinden es sogar als komisch dass man in Deutschland den Liebhaber seiner Frau nicht umbringen darf. Ziemlich makaber. Aber das ist nun mal das 9/11 Special.



Guten Abend liebe Freunde,
Heute morgen ging ich in meinen besten Klamotten in die Kirche. Alles ist sehr laut, waehrend der Predigt wird viel geschrieen und beim Gesang wird nur improvisiert. Danach liess ich mir dummerweise 3 Handynummern aufschwatzen von denen mich auch prompt einer anrief.
Ihr muesst wissen, Weisse werden hier extrem zuvorkommend behandelt, ich habe hier auch erst einen anderen Weissen entdecken können. Danach gings ans Waschen. Mir wurden zig Angebote gemacht meine Klamotten zu waschen jedoch schlug ich sie alle aus und machte mich an die Arbeit. Die Kleider waren gewaschen, danach gings ans Putzen hier im Haus.
Ich hatte gerade 30 Quadratzentimeter gewischt, da erschien ein Junge aus dem Projekt. Ihm folgten nach und nach noch 2 weitere und so hingen wir schliesslich zu 4t in meiner Wohnung rum ohne etwas zu tun zu haben. Eins liebe ich wirklich an euch! Ihr wisst wann ihr besser gehen solltet.
Heute Abend entdeckte ich dann noch einen Ort an dem ich Premier League Fussball verfolgen kann. Anscheinend gibt es dort auch das worauf Deutsche meinen ein Monopol zu haben: Gutes Bier! Ich schreibe mehr sobald ich es in Erfahrung gebracht habe ob unser Monopol gefallen ist.



Strom läuft, Wasser weg
Also wie ihr schon lesen könnt funktioniert mein Strom jetzt bestens allerdings hat das Wasser anscheinend beschlossen einen Bogen um mein Haus zu machen.
Nun kurz zu den Kindern im Heim. Sie sind zwischen 0-21 Jahre alt und viele von ihnen sind Vollwaisen, bzw. wissen nichts über ihre Erzeuger.
Es gibt im Heim für die Jungs und Mädels nicht allzu viel zu tun und so lungern sie die meiste Zeit herum und sind für alles zu haben.



Karibu Bungoma (Willkommen in Bungoma)
Also ich bin jetzt gut in Bungoma angekommen nachdem unsere Gruppe zwei Nächte bei unserem lokalen Koordinator David verbracht hat. Die Landschaft hier ist wunderschön, ich kann es kaum erwarten meine erste Reise zu unternehmen um mehr davon zu sehn. Auf der Fahrt auf einer kenianischen Autobahn hab ich das erste mal Antilopen und Zebras in freier Wildbahn gesehn. Sehr beeindruckend.
In Bungoma bin ich so etwas wie eine kleine Berühmtheit. Andauernd grüßen mich Leute, Kinder rufen Mzungu (Weißer) und jeder versucht mich zu überzeugen bei ihm einzukaufen. Aber die Reaktionen sind nicht durchweg positiv.
Das Projekt ist echt cool bisher, ich versteh mich richtig gut mit den Kindern. Heute war ich 10 Stunden im Kinderheim, habe Holz gehackt und ein Spiel gelernt das eine Vergewaltigung unserer „Dame“ ist und ich darf mich nun stolzer Besitzer dieser Schuhe nennen (s. Bild).
Die Leistung des Stromnetzes hier ist alles andere als optimal und so ist mein Kühlschrank im besten Fall Dekoration und im schlimmsten Platzverschwendung. Wenn ich den Laptopakku lade, beginnen die Glühbirnen im Haus alle 2 Sekunden auszugehen, das ist ziemlich uncool denn auch das „security light“ hält sich an die Vorgehensweise seiner Kollegen. Vielleicht sollte ich noch dazu erwähnen dass meine Wohnung von Wänden mit zerbrochenen Glasscheiben darauf (s. Bild) umgeben ist und anscheinend auch ein Nachwächter unsere Straße im Auge hat.